Foto der Schriftstellerin Judith Hermann

Neu im Handel

Daheim

Nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2021

Judith Hermann erzählt in ihrem neuen Roman »Daheim« von einem Aufbruch: Eine alte Welt geht verloren und eine neue entsteht.
Sie hat ihr früheres Leben hinter sich gelassen, ist ans Meer gezogen, in ein Haus für sich. Ihrem Exmann schreibt sie kleine Briefe, in denen sie erzählt, wie es ihr geht, in diesem neuen Leben im Norden. Sie schließt vorsichtige Freundschaften, versucht eine Affaire, fragt sich, ob sie heimisch werden könnte oder ob sie weiterziehen soll. Judith Hermann erzählt von einer Frau, die vieles hinter sich lässt, Widerstandskraft entwickelt und in der intensiven Landschaft an der Küste eine andere wird. Sie erzählt von der Erinnerung. Und von der Geschichte des Augenblicks, in dem das Leben sich teilt, eine alte Welt verlorengeht und eine neue entsteht.

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Leseprobe »Daheim«

Damals, in diesem Sommer vor fast dreißig Jahren, wohnte ich im Westen und weit weg vom Wasser. Ich hatte eine Einraumwohnung im Neubaugebiet einer mittleren Stadt und Arbeit in der Zigarettenfabrik. Die Arbeit war simpel, ich musste darauf achten, dass der Tabakstrang ganz gerade in den Zerteiler lief, das war alles; eigentlich machte das die Maschine, sie hatte einen Sensor, an dem der Strang vorbeischnurrte, und wenn er nicht gerade lag, hielt sie an. (Sie hielt an wie jemand, der gegen die Wand läuft, sie stoppte mit einem entsetzlichen Ruck.) Dieser Sensor funktionierte häufig nicht, deshalb stand ich neben der Maschine und beobachtete den Strang, rückte ihn gerade, wenn er in die Schieflage kam. Von sieben bis zwölf, eine halbe Stunde Mittagspause und noch mal drei Stunden weiter. Ich sah ziemlich oft weg. Ich sah zum Zerteiler rüber, in dem der Strang in einzelne Zigaretten geschnitten wurde, aus dem Tausende von Zigaretten herausfielen, all diese Zigaretten, die die Menschen draußen in der Stadt rauchen würden. Vor der Arbeit. In der Pause. Nach dem Essen. Während des Streitens. Während der Liebe und nach der Liebe.
Rauch.
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Judith Hermann DAHEIM: Rheingau Literatur Preis 2021

Judith Hermann wird für ihren Roman »Daheim« mit dem Rheingau Literatur Preis 2021 ausgezeichnet. 

Wir gratulieren Judith Hermann zu dieser Ehrung. Sie wird - wie zuvor unter anderem Ingo Schulze, Josef Haslinger, Antje Rávik Strubel, Clemens Meyer und Peter Stamm - 111 Flaschen Rheingauer Riesling erhalten und ein Preisgeld von 11.111 Euro. 

Judith Hermann sei eine »literarische Zauberkünstlerin«, begründet die Jury ihre Wahl. »Sie nimmt die Fantasie des Lesepublikums gefangen und eröffnet ihr gleichzeitig ungeahnte neue Möglichkeiten.« Die Auszeichnung wird am 18. September 2021 verliehen.

Wir freuen uns mit Judith Hermann! 

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